ZUR FLÜCHTLINGSFRAGE

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Diese zentrale Aussage der Menschenrechtserklärung ist eindeutig und entspricht ganz den Aussagen in den Weltreligionen. Insbesondere in der momentanen Flüchtlingssituation ist sie für Menschen, die in ihrer Religion verankert sind und nach den Lehren leben wollen verbindlich.

 

Jesus spricht: „Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig beweisen und ihr habt mich getränkt. Ich bin Gast gewesen, und ihr habt mich beherbergt.“

Matthäus 25:35 (Christentum)

 

„Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.“ 3. Mose 19,33-34 (Judentum)

 

„Sieh jeden Bittenden als deinen spirituellen Meister an.“ Vimalakirti Sutra (Buddhismus)

 

So, wie du den Baum pflanzst wird er auch wachsen.“ (Bhagavad Gita)

 

„O ihr Menschen. Wir haben euch von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Verbänden und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Der Angesehenste von euch bei Gott, das ist der Gottesfürchtigste von euch. Gott weiss Bescheid und hat Kenntnis von allem.“ Koran, Sure 49,13 (Islam)

 

Offenbart nach der Hidschra „Und jene, die vor ihnen in der Stadt wohnten und im Glauben beharrten, lieben jene, die bei ihnen Zuflucht suchten, und finden in ihrer Brust keinen Wunsch nach dem, was ihnen gegeben ward… Und wer vor seiner eignen Habsucht bewahrt ist - das sind die Erfolgreichen.“

 

„Was der Mensch sät, wird er ernsten. Wenn er Unruhe sät, wird Unruhe seine Ernte sein. Wenn ein Mensch Gift sät, kann er kein Ambrosia erwarten.“ (Sikhismus)

 

„O Son des Menschen! Weise Meinen Diener nicht ab, wenn er etwas von dir erbittet, denn sein Antlitz ist Mein Antlitz. Sei demütig vor Mir.“ Bahá’u’lláh (Bahá’i Religion)

 

 

Zum ersten Mal in der Geschichte ist jedermann imstande, in einer Gesamtschau den ganzen Planeten mit seiner Vielzahl verschiedener Völker zu überblicken. Die Konflikte in den diversen Ländern aus denen Flüchtlinge in Europa Schutz und ein menschenwürdiges Leben suchen, zeigen auf, wie Stabilität und Frieden in den verschiedenen Regionen der Welt eng miteinander verbunden sind. Nur wenn diese Realität erkannt und beachtet wird, werden wir sinnvolle und intelligente Lösungen finden. Die kaum mehr lösbaren Probleme machen nicht an unseren Grenzen halt und wir nehmen wahr, dass nur eine gemeinsame Sorge um diese Welt uns weiterbringt.

 

 

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 Als Runder Tisch der Religionen teilen wir die Überzeugung, dass kein ernstzunehmender Versuch die Flüchtlingssituation im Sinne der Menschenrechtserklärung zu regeln, die Religion ausser acht lassen kann. Religion ist eine Fähigkeit der menschlichen Natur, eine wirkende Kraft mit unmittelbarer Wirkung auf die Gesellschaftsordnung. Die in allen Religionen wiederholte Ethik, dass wir andere so behandeln sollen wie wir selbst behandelt werden möchten, zeigt die moralische Haltung und den Friedensaspekt der die Religionen durchzieht. Offensichtlich ist ein gemeinsames weltweites Bemühen dringend nötig, wie auch eine neue Einstellung zu den Flüchtlingen - weltweit sind es die erschreckende Zahl von 65 Millionen - eine Einstellung frei von Vorurteilen der Religion, der Nation oder der Klasse. Dazu gehört gegenseitiger Respekt wie auch die Absage von Gewalt in welcher Form auch immer. Und das ist unser aller Aufgabe.

 

 

 

          


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