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Runder Tisch der Religionen Kontakt St. Gallen und Umgebung (RTdR)

 

     


IDA-Woche 2011 _________________________________

 


    

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Auch dieses Jahr nahm der RTdR an der IDA-Woche teil. Einerseits mit einer Podiumsdiskussion zur Rolle der Frau in den verschiedenen Religionen und dann am 17. September bei der interreligiösen Feier auf dem Klosterplatz.

"Das friedliche Zusammenleben der Religionen ist nicht selbstverständlich", lesen wir in der Einladung, "wir sind deshalb mehr denn je herausgefordert, das Verbindende zwischen den Religionen und Kulturen zu pflegen und das Andersartige zu respektieren."

An die 800 Personen kamen auf dem Klosterplatz zusammen. Die Kinder und Kinderklassen den verschiedenen Religionen
(Hinduismus, Judentum, Buddhismus, Christentum, Islam, Sikhismus, Baha'i) marschierten mit selbstgebastelten Fahnen ihrer Religion durch die Menschenmenge bis zur Bühne. 

Nach den Ansprachen, den Gebeten und meditativen Gesängen luden die Hindus und die Sikhs zum Essen und zum weiteren sich kennenlernen in den Pfalzkeller ein.

 

 

 


Dialog - 
weiblich und interreligiös  ____________________
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In der offenen Kirche St. Gallen trafen sich Frauen aus sechs verschiedenen Religionen auf einem Podium und bewiesen, wie respektvoll und unkompliziert das sein kann.

Text: Isabelle von Arx

(Wendekreis 11_2011  Seite 33)

 

 

 


Die Runde ist gelöst, als man sich im Rahmen der interreligiösen Dialog- und Aktionswoche (ida) in der offenen Kirche St. Gallen ans Thema "Wir Frauen - wir tragen unsere Religion" wagt. Gleich sechs Religionen sind hier durch weibliche Vertreterinnen zusammengekommen: Neben der Muslimin Aynur Akalin vertritt die österreichische Sozialpädagogin Christine Greusing-Neyer den Buddhismus, die in England lebende Inderin Dr. Kanwaljit Kaur den Sikhismus, die Inderin Anita Pawar den Hinduismus, die katholische Theologin Dr. Tirsa Ventura aus Costa Rica das Christentum und schliesslich die Amerikanerin Jessica Aschari die Bahai-Religion. Was meinen also Frauen, die über ihren unterschiedlichen Glauben diskutieren? Folgende Aussage fällt mehrmals: "Ich möchte zuhören und von den anderen Religionsvertreterinnen etwas lernen." Wenn das kein weibliches Podium ist!

Einheit in der Vielfalt 
Grosses Interesse schlägt von Publikumsseite der Bahai-Religion entgegen und Jessica Aschari versucht, die Wissenslücken der Anwesenden aufzufüllen. Erst 150 Jahre alt und im Iran begründet, sind die Bahai zwar eine kleine Glaubensgruppe, doch sozusagen überall verbreitet. Toleranz wird gross geschrieben - alle Offenbarungen der unterschiedlichen Religionen kommen laut dem Bahai-Glauben vom gleichen Gott, aber zu verschiedenen Zeiten und in anderen Ausprägungen. Über allen Religionen steht die Einheit in der Vielfalt. Dass der Religionsstifter der Bahai ein Mann war und seine Nachfolge in der männlichen Linie steht, stört Jessica Aschari nicht. "Die Seele hat kein Geschlecht und sie ist es, auf die es ankommt." Anita Pawar gefällt, dass man sich im Hinduismus schön anzieht, wenn 

Ich möchte zuhören und von den anderen Religionsvertreterinnen etwas lernen.

man in den Tempel geht; so wie es bereits Krishna und seine Geliebte getan haben. Auf die Frage, ob sie sich denn für den Mann schön anzieht oder für sich selbst, erwidert Anita Pawar lachend: "Natürlich für beide!" Kanwaljit Kaur betont: "Wir glauben in den verschiedenen Religionen alle an den einen Gott, aber aus unterschiedlichen Blickwinkeln." Auch im Sikhismus fällt auf: Alle zehn Gurus waren männlich, Frauen und Männer sind aber gleichberechtigt. Weibliche Grosszügigkeit_ Aynur Akalin präzisiert: "Zuerst bin ich ein Mensch und dann eine Frau und im Islam steht der Mensch im Zentrum." Es ist die Katholikin Tirsa Ventura, die aus der allgemeinen Zustimmung ausschert und erzählt, dass sie jeden Tag auf Hindernisse stösst, weil sie eine Frau sei. Sie sei lange irritiert gewesen, weil die Rede von der Gleichheit aller im Katholizismus gelte und trotzdem Männer für Frauen entscheiden würden. Ihr sei es in der katholischen Kirche zu still. Sie, die Provokateurin, habe aber auch im Christentum Göttinnen gefunden. Auf die "Wo denn?-Frage" aus dem Publikum antwortet die Theologin, dass die Göttlichkeit verschiedene Gesichter habe, eben auch weibliche. Christine Greusing-Neyer ist seit neun Jahren Buddhistin. Der Buddhismus mache zwischen Männern und Frauen letztlich keinen Unterschied. Die Mönche seien aber klar präsenter im religiösen Leben. "Konventionell würde ich schon sagen, es bestehen Unterschiede. Das beschäftigt uns westliche Frauen im Buddhismus." In ihrer Arbeit als Sozialpädagogin stellt Christine Greusing immer wieder fest: "Es gibt so viel Gemeinsames und Tragendes in der Begegnung mit Muslimen und Christinnen. Wir müssen nur eine gemeinsame Sprache finden." 

 

 


 

     


    

 

 

 

 

 

 

 


WIR FRAUEN 
Wir tragen unsere Religionen
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Interkulturelles und interreligiöses Frauenpodium im Rahmen der IDA-Woche Moderation: Kathrin Bolt, St. Gallen

In der politischen Debatte werden bei interkulturellen Diskussionen Probleme oft an religiösen Einzelmerkmalen oder Erscheinungsbildern festgemacht. So werden immer wieder religiöse Merkmale für politische Diskussionen verfremdet oder missbraucht. Dabei wird die konkrete tägliche Ausübung, die Vermittlung innerhalb der Glaubensgemeinschaften und Familien oft aussen vor gelassen. Ein grosser Teil der religiösen Vermittlung und der täglichen religiösen Praxis geschieht aber weder durch politische noch klerikale Würdenträger, sondern durch die gläubigen Frauen.

Wie sehen Frauen ihre Religion, was ist das "weibliche" in ihrer Religion und wo wird ihre weibliche Sicht auch unterdrückt und verdrängt? Dies sind Fragen, die u.a. auf dem Podium und mit den Besuchenden diskutiert werden sollen.


Datum: 
Dienstag, den 13. September 2011 um 1930 Uhr 

Ort: 
Offene Kirche St. Gallen 

Veranstalter: 
Runder Tisch der Religionen St. Gallen und Umgebung e.V. Offene Kirche St. Gallen 

Teilnehmerinnen 
sind Frauen aus dem In-und Ausland. Sie vertreten folgende Religionen: Hinduismus, Buddhismus, Christentum, Islam, Sikhismus, Baha'i.

 

 


 

     

 


Ausstellung Sakralbauten

Kuppel, Tempel , Minarett. Religiöse Bauten zugewanderter Religionen in der Schweiz

9. November bis 7. Dezember 2010
in der Offenen Kirche, Böcklinstrasse 2, Gallen

Die Öffnungszeit ist von 14.00 - 16.00 Uhr 
Für Schulklassen Öffnungszeiten auf Anfrage.


Offene Kirche St. Gallen

 

 


Die religiöse Landschaft der Schweiz ist im 20. Jh. deutlich vielfältiger geworden. Durch die Migration ist die Zahl der Menschen, die sich einer anderen als der christlichen Religion zugehörig fühlen, deutlich angestiegen. So leben in der Schweiz Menschen, die sich zum Islam, Buddhismus, Hinduimus, Sikkismus, dem Judentum oder der Baha'i-Religion bekennen.

Durch ihre Sakralbauten stellt sich auch ein neues Selbstverständnis der zugewanderten Menschen, die inzwischen zu einem grossen Teil Schweizerinnen und Schweizer sind, ein. Gleichzeitig wecken die Gläubigen und ihre Sakralbauten in ihrer Umwelt gemischte Gefühle und Reaktionen.

Die Ausstellung "Kuppel - Tempel - Minarett" dokumentiert eine Auswahl der seit 1945 in der Schweiz durch Zuwanderer neu erbauten Tempel, Moscheen und Kirchengebäude und erzählt so ein Stück moderner Geschichte. Es sind Geschichten der Neugier und Annahme, aber auch der Furcht vor "dem Fremden" und der Ablehnung.

 

Am Di. 9. November fand die Eröffnung statt. Beda Meier, Leiter Koordinationsstelle für Integration Kt. St. Gallen, Vica Mitrovic, Präsident des Runden Tisches der Religionen und Jens Mayer, Hauptverantwortlicher für die Ausstellung, begrüssten die Anwesenden und sprachen kurz zum Thema. Anschliessend, bei Erfrischungen und in ungezwungener Atmosphäre, ergaben sich gute Gespräche und ein reger Austausch.

 

Am Mo. 29. November um 19.30 findet eine Podiumsdiskussion statt zum Thema "Sakralbauten in der Schweiz, wie weiter? Fremde Religionen in der Schweiz - willkommen?"

 

Der Abschluss der Ausstellung, Sa. 5. Dezember um 11.00h, klingt mit einer Matinée aus, an der Texte aus den verschiedenen Religionen gelesen werden.

 

Die Ausstellung ist offen am Dienstag, Mittwoch und Freitag von 14 - 16h.
Ort: Offene Kirche, Böcklinstrasse 2, St. Gallen.

 


 

     
 


Sikh-Männer bereiten das Essen zu


Besuch bei der Sikh-Gemeinde in Langenthal

Eines der Aufgaben des RTdR ist, sich besser kennen zu lernen, mit dem Ziel Missverständnisse und Vorurteile abzubauen und gegenseitige Achtung aufzubauen. In diesem Sinn besuchten der Vorstand und mehrere Mitglieder des RTdR 2009 den Sikh-Tempel in Langenthal. Eine Gruppe von über zwanzig Personen nahm diese Gelegenheit wahr und bei strahlendem Wetter fuhren wir los. Im Tempel angekommen wurden wir herzlich empfangen. Die Begegnung mit den zahlreich erschienen Gläubigen aus der Schweiz und dem Ausland - sie feierten gerade einen besonderen Festtag - war mehr als interessant, informativ und lebhaft. Sie gab uns vor allem Gelegenheit eine liebevolle Gemeinde kennen zu lernen, die ihren Kindern nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch ethische Werte. Nach einem gemeinsamen Essen bestand noch genug Zeit für Fragen und Geselligkeit.

Integrationstag St. Gallen

Wie in den vergangenen Jahren war der RTdR auch 2009 im Juni im Waaghaus mit einem Informationsstand vertreten. Die Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften lösten sich jeweils am Stand ab. Je nach den Standbesuchern ergaben sich lebhafte Gespräche zu diesem oder jenem Thema.

 



IDA-WOCHE St. Gallen

Feier auf dem Klosterplatz

Unter dem Titel "Ich höre Dein Gebet" fand am Samstag, 19. September 2009 die offizielle Abschlussfeier der IDA-Woche auf den Klosterplatz statt. Gleichzeitig wurde auch das Ende des Fastenmonats Ramadan begangen. Die Veranstaltung begann mit dem feierlichen Aufmarsch von Regierungs- vertretern und Würdenträgern der im Kanton vertretenen Religionsgemeinschaften. Ihnen voraus schritten bunt gekleidete Kinder mit den letztes Jahr hergestellten Fahnen der diversen Religionen.
Die offiziellen Ansprachen betonten vor allem die Notwendigkeit der Toleranz gegenüber Andersdenkenden, eine der wichtigen Voraussetzungen für den Frieden und das Wohlergehen der Menschen. Die "St. Galler Erklärung" ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.
Zum meditativen und geistigen Teil der Feier trug die Kirche Halden bei, unterstützt von den zahlreich anwesenden Kindern, die ebenfalls auf der Bühne Platz genommen hatten.
Anschliessend an die Feier lud die moslemische Gemeinde zum gemeinsamen Fastenbrechen in den Pfalzkeller ein. .

Ausstellung im Historischen und Völkerkundemuseum, St. Gallen

Am 11. September eröffneten Hindus, Buddhisten und Baha'i mit einer Diskussionsrunde die bis zum 13. Dezember geöffnete Ausstellung zum Thema "Wörtlich-Göttlich". Moderator war Peter Tobler vom Amt für Gesellschaftsfragen. Anschliessend an die Kurzvorträge wurden die religiösen Gegenstände in der Ausstellung vorgestellt und weitere Fragen beantwortet.
An einem folgenden Abend bestritten die weiteren im RTdR vertretenen Religionen den Abend. Das anwesende Publikum zeigte sich interessiert und beim an- schliessenden Apéro konnten zahlreiche Fragen zu den ausgestellten Objekten wie auch zu den Religionen beantwortet werden.
mehr Bilder unter www. fotosaleem.ch.