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URSPRUNG
Das Christentum ist neben dem Judentum und dem Islam eine der drei Weltreligionen,
die sich auf den Stammvater Abraham berufen. Glaubensgründer ist der Jude Jesus von
Nazareth, ein Zimmermann, der nach eigener Aussage keine neue Religion gründen wollte,
sondern die jüdischen Gesetze zur wahren Erfüllung bringen wollte. Jesus hat in seiner
gut dreijährigen Zeit des Wirkens seine Lehre mündlich an seine Jünger und Jüngerinnen
weitergegeben. Auf der Höhe seines Wirkens wurde er von der Jerusalemer Oberschicht
denunziert und vom römischen Stadthalter Pontius Pilatus zum Tod durch Kreuzigung
verurteilt. Das Urteil wurde ca. im Jahr 33 (nicht genau datierbar) vollzogen.
THEOLOGISCHE GRUNDLAGEN
In der Person Jesus von Nazareth glauben die Christen, dass der Sohn Gottes als wahrer
Menschen auf Erden gelebt hat. Er hat als Sohn Gottes dessen Willen auf Erden kundgetan,
wurde aber von den Menschen nicht (richtig) verstanden. Durch seinen Tod am Kreuz hat
er die Menschheit mit all ihren Fehlern mit seinem göttlichen Vater ausgesöhnt. Drei
Tage nach seinem Tod ist Jesus von den Toten auferstehen und zu seinem göttlichen
Vater heimgekehrt. Die Erkenntnis von der Auferstehung und Deutung der Göttlichkeit
Jesu wurde durch die sog. „Ausschüttung“ des Heiligen Geistes an seine Jünger möglich.
Diese, von göttlicher Kraft beseelt, begannen mit dem Aufbau der ersten Gemeinden in
Jerusalem. Grundlage der Gemeinden ist das Abendmahl, welches Jesu mit seinen Jüngern
in der Nacht vor seiner Gefangennahme geteilt hat. Die Zugehörigkeit zur Gemeinde und
zum Christentum erfolgt durch die Taufe mit Wasser, die einmalig und irreversibel ist.
Obwohl die Christen von Gott als Vater, Sohn und Heiligem Geist sprechen, sehen sie diese drei als
Ausdruck einer einzigen göttlichen Wesenheit, die sich in drei unterschiedlichen „Aspekten“
manifestiert. Von daher verstehen sich die Christen als monotheistische Religion.
Das Christentum ist eine Schriftreligion. Ihr heiliges Buch ist die Bibel, die sich aus dem
alten Testament und dem neuen Testament zusammensetzt.
GESCHICHTE
Die ersten Gemeinden, die sich in Israel bildeten, waren noch stark von Judenchristen
geprägt, doch schon recht bald nach Jesu Tod bildeten sich erste Gemeinden auch ausserhalb
Israels in anderen Gebieten des römischen Reiches. Zwischen dem Jahr 60 und 120 entstanden
unterschiedliche Schriften zu Jesu Leben und Lehre, die als Neues Testament Einzug in die Bibel
gefunden haben.
Im Laufe der Jahrhunderte kam es mehrfach zu theologischen Streitigkeiten innerhalb des Christentums,
so dass es immer wieder zu Spaltungen kam. Die Folge dieser Spaltungen ist die Untergliederung der
Christen in unterschiedliche sogenannte Denominationen oder Konfessionen. Die bekanntesten
Denominationen sind die römisch katholische Kirche, die Orthodoxen Kirchen, die christkatholische
Kirche, die anglikanische Kirche und mehrere sog. evangelische oder protestantische Kirchen, wie
die reformierte Kirche, die Lutheraner, die Baptisten oder die Presbyterianer.
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